Die Amortisationsrechnung bestimmt, nach welcher Zeit die Rückflüsse einer Investition die anfängliche Auszahlung decken. Sie hilft, die Dauer der Kapitalbindung einzuschätzen. Eine kurze Amortisationszeit allein beweist jedoch nicht, dass eine Investition insgesamt am rentabelsten ist.

Statische Durchschnittsmethode

Bei gleich hohen oder als gleichmäßig angenommenen jährlichen Netto-Rückflüssen gilt:

Amortisationszeit = anfängliche Investitionsauszahlung / jährlicher Netto-Rückfluss.

Der Netto-Rückfluss ist ein Einzahlungsüberschuss. Er ist nicht automatisch mit dem Jahresüberschuss identisch. In vereinfachten Aufgaben wird er häufig als Gewinn zuzüglich Abschreibungen angenähert. Das funktioniert nur, wenn die weiteren Unterschiede zwischen Erfolgs- und Zahlungsgrößen entsprechend ausgeschlossen oder berücksichtigt werden.

Beispiel

Eine Maschine kostet 120.000 €. Sie erzeugt jährlich zusätzliche Einzahlungen von 70.000 € und zusätzliche Auszahlungen von 40.000 €. Der jährliche Netto-Rückfluss beträgt 30.000 €.

120.000 € / 30.000 € = 4 Jahre. Unter der Annahme gleichmäßiger Rückflüsse amortisiert sich die Maschine statisch nach vier Jahren.

Statische Kumulationsmethode

Schwanken die Rückflüsse, werden die Beträge der einzelnen Jahre ohne Abzinsung aufaddiert. Bei 20.000 €, 35.000 €, 30.000 € und 40.000 € sind nach drei Jahren 85.000 € und nach vier Jahren 125.000 € zurückgeflossen. Die Investition von 120.000 € ist damit bei Zahlungen jeweils zum Jahresende nach vier Jahren amortisiert.

Dynamische Amortisation

Die dynamische Rechnung berücksichtigt den Zeitwert des Geldes. Jeder Rückfluss Rt wird mit dem Kalkulationszinssatz i auf den Investitionszeitpunkt abgezinst: Barwert = Rt / (1 + i)t. Erst diese Barwerte werden kumuliert.

Bei jährlich 30.000 € am Jahresende und 5 % Kalkulationszins ergeben vier Rückflüsse zusammen rund 106.379 € Barwert. Das reicht für eine Anfangsauszahlung von 120.000 € noch nicht. Nach fünf Jahren sind es rund 129.884 €; die dynamische Amortisation ist dann erreicht.

Grenzen

Rückflüsse nach dem Amortisationszeitpunkt werden als Entscheidungskriterium nicht angemessen gewürdigt. Für die Gesamtbeurteilung ist deshalb beispielsweise eine zusätzliche Kapitalwertrechnung sinnvoll. Bloßes Aufaddieren ohne Abzinsung ist auch bei wechselnden Jahresbeträgen weiterhin eine statische Rechnung.

Quellen und Prüfstand

Inhaltlich überarbeitet am 11. Oktober 2026. Definition, Abgrenzung und Rechenbeispiel geprüft.