Nachfrageinflation (englisch: demand-pull inflation) beschreibt einen anhaltenden Anstieg des allgemeinen Preisniveaus, der durch eine gesamtwirtschaftliche Nachfrage ausgelöst oder verstärkt wird, die das kurzfristig verfügbare Angebot übersteigt. Ein höherer Preis für ein einzelnes Gut allein ist noch keine Inflation.
Wie der Preisdruck entsteht
Steigen zum Beispiel Konsum, Investitionen oder staatliche Nachfrage schneller als die Produktionsmöglichkeiten, können Unternehmen zusätzliche Nachfrage zunächst aus vorhandenen Kapazitäten bedienen. Werden Kapazitäten knapp, können Preise steigen. Ob daraus eine breite und dauerhafte Inflation wird, hängt unter anderem von Kosten, Erwartungen, Löhnen, Importpreisen und der Geld- und Finanzpolitik ab.
Das einfache Schema „mehr Nachfrage führt immer zu Inflation“ greift zu kurz: Unternehmen können ihre Produktion ausweiten, und Nachfrage kann auch auf Importe gelenkt werden. Umgekehrt können Lieferengpässe den Preisdruck verstärken, obwohl die Nachfrage nicht ungewöhnlich stark wächst.
Abgrenzung
Die Nachfrageinflation wird häufig der kostenbedingten Inflation gegenübergestellt. In der Realität können Nachfrage- und Kostenfaktoren gleichzeitig wirken. Begriffe wie Konsum- oder Investitionsinflation beschreiben mögliche Nachfragequellen, sind aber keine eigenständigen, trennscharf messbaren Inflationsarten.
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Quellen und Prüfstand
Inhaltlich überarbeitet am 2026-10-13. Fachbegriff berichtigt und Ursache gegenüber Einzelpreisänderungen abgegrenzt.