Das Realeinkommen beschreibt die Kaufkraft eines Einkommens nach Bereinigung um das Preisniveau. Das Nominaleinkommen nennt dagegen den Geldbetrag, etwa 3.000 € Monatsgehalt. Steigen die Preise bei unverändertem Einkommen, sinkt dessen Kaufkraft.
Berechnung mit einem Preisindex
Ist der Preisindex im Basisjahr auf 100 normiert, gilt:
Realeinkommen in Preisen des Basisjahres = Nominaleinkommen / Preisindex × 100.
Wird das Preisniveau als Faktor mit Basis 1 angegeben, entfällt der Faktor 100. Die verwendete Basis muss deshalb immer genannt werden.
Beispiel mit Eurobeträgen
Ein monatliches Einkommen beträgt 3.000 €, der passende Preisindex steht auf 120 bei einem Basisjahr gleich 100. Daraus folgen 3.000 € / 120 × 100 = 2.500 € in Preisen des Basisjahres. Die Kaufkraft entspricht also derjenigen von 2.500 € im gewählten Basisjahr.
Was bringt eine Gehaltserhöhung?
Für die Veränderung zwischen zwei Zeitpunkten gilt:
Reale Änderungsrate = (1 + nominale Änderungsrate) / (1 + Preisänderungsrate) − 1.
Steigt das Gehalt um 4 % und das Preisniveau um 3 %, ergibt sich 1,04 / 1,03 − 1 ≈ 0,97 % reale Zunahme. Die einfache Differenz 4 % − 3 % = 1 % ist eine Näherung.
Häufige Fehler
- Eine Inflationsrate darf nicht als bloße Zahl von einem Eurobetrag abgezogen werden.
- Jahreseinkommen geteilt durch zwölf liefert nur einen Monatsdurchschnitt, noch kein Realeinkommen.
- Nach einer Preisbereinigung wird die Inflation nicht ein zweites Mal abgezogen.
- Brutto- und Nettoeinkommen sowie verschiedene Zeiträume dürfen nicht vermischt werden.
Statistik und persönliche Kaufkraft
Destatis berechnet den Reallohnindex als Verhältnis von Nominallohnindex und Verbraucherpreisindex, multipliziert mit 100. Beide Indizes müssen dasselbe Basisjahr verwenden. Ein gesamtwirtschaftlicher Index bildet einen durchschnittlichen Warenkorb ab; die persönliche Ausgabenstruktur kann davon abweichen.
Quellen und Prüfstand
Inhaltlich überarbeitet am 2026-10-13. Definition, Abgrenzung und Rechenbeispiel geprüft.