Vollkommener Wettbewerb ist ein Modell, mit dem Ökonomen Märkte unter idealisierten Bedingungen untersuchen. Typische Annahmen sind viele Anbieter und Nachfrager, homogene Güter, gute Markttransparenz und ein freier Markteintritt und -austritt. Je nach Modell werden zusätzlich geringe Transaktionskosten und schnelle Anpassung angenommen.

Weil jeder einzelne Anbieter im Modell klein gegenüber dem Gesamtmarkt ist, kann er den Marktpreis nicht allein verändern. Er ist Preisnehmer und entscheidet, welche Menge er zum gegebenen Preis anbietet. Die Marktmenge und der Preis ergeben sich aus dem Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage.

Modell und Wirklichkeit

Reale Märkte erfüllen diese Annahmen selten vollständig: Produkte unterscheiden sich, Informationen sind unvollständig und Marktzutritt kann Kosten verursachen. Das Modell ist trotzdem nützlich, weil Abweichungen – etwa Marktmacht oder Produktdifferenzierung – sichtbar werden.

Vollkommener Wettbewerb ist nicht dasselbe wie „vollkommene Konkurrenz“ in jeder Lehrtradition; Begriffe und Zusatzannahmen können je nach Lehrbuch variieren. Wichtig ist, die verwendeten Annahmen ausdrücklich zu nennen.

Quellen und Prüfstand

Inhaltlich überarbeitet am 11. Oktober 2026. Modellannahmen und Preisnehmerrolle vollständig erklärt.