Ein Wohlfahrtsverlust (auch Nettowohlfahrtsverlust) ist in einem ökonomischen Modell der entgangene Gesamtnutzen, wenn eine Entscheidung zu einer anderen Menge oder Nutzung führt als in der gewählten effizienten Vergleichssituation. Häufig wird er als verlorene Konsumenten- und Produzentenrente dargestellt.
Beispiel: Steuer im Standardmodell
Eine Steuer kann in einem Wettbewerbsmodell den Preis für Käufer erhöhen und den Nettoerlös für Anbieter senken. Wenn dadurch Geschäfte unterbleiben, deren Wert für Käufer über den Produktionskosten gelegen hätte, kann zwischen Angebot und Nachfrage ein Wohlfahrtsverlust entstehen. Steuereinnahmen sind dabei eine Übertragung an den Staat und nicht automatisch selbst ein Verlust. Zusätzliche gesellschaftliche Nutzen oder Schäden müssen gesondert einbezogen werden.
Der Begriff ist modellabhängig. Effizienz ist nicht dasselbe wie Verteilungsgerechtigkeit, und ein Pareto-effizienter Zustand sagt nicht, dass alle Beteiligten gleich gut gestellt sind. Monopolmacht, externe Effekte, Informationsprobleme und öffentliche Güter können ebenfalls zu Abweichungen führen; Korrekturmaßnahmen können ihrerseits Kosten verursachen.
Für eine belastbare Aussage müssen Vergleichszustand, Marktgrenzen und berücksichtigte Kosten und Nutzen ausdrücklich genannt werden.
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Quellen und Prüfstand
Inhaltlich überarbeitet am 2026-10-13. Wohlfahrtsvergleich und Verteilungsfrage voneinander abgegrenzt.