Working Capital wird häufig als Differenz zwischen Umlaufvermögen und kurzfristigen Verbindlichkeiten definiert:

Working Capital = Umlaufvermögen − kurzfristige Verbindlichkeiten

Ein positiver Wert bedeutet, dass das Umlaufvermögen die kurzfristigen Verbindlichkeiten rechnerisch übersteigt. Das kann auf einen finanziellen Puffer hindeuten, sagt aber allein nichts darüber aus, ob Vermögenswerte rechtzeitig zu Geld werden oder Verbindlichkeiten fristgerecht bezahlt werden können.

Abgrenzung und Aussagekraft

Die Liquidität dritten Grades ist üblicherweise eine Quote aus Umlaufvermögen und kurzfristigen Verbindlichkeiten. Working Capital ist dagegen ein absoluter Differenzbetrag; beide Kennzahlen sind nicht gleichzusetzen. Zusammensetzung und Fristen der Forderungen, Vorräte und Verbindlichkeiten sind für die Beurteilung entscheidend.

Die sogenannte „bankers rule“ mit einem pauschalen Verhältnis von 2:1 ist keine allgemeingültige gesetzliche oder betriebswirtschaftliche Mindestregel. Branchen, Geschäftsmodelle und Zahlungszyklen unterscheiden sich. Eine Liquiditätsplanung mit erwarteten Ein- und Auszahlungen ist für kurzfristige Zahlungsfähigkeit aussagekräftiger.

Quellen und Prüfstand

Inhaltlich überarbeitet am 2026-10-13. Kennzahlendefinition und Aussagegrenzen berichtigt.