Agencykosten entstehen in einer Prinzipal-Agenten-Beziehung, wenn eine Person oder Organisation (Prinzipal) eine Aufgabe an einen Agenten überträgt und dessen Handeln nicht vollständig beobachten kann. Abweichende Interessen und Informationsunterschiede können dazu führen, dass das Ergebnis vom Ziel des Prinzipals abweicht.

Bestandteile

In der klassischen Agency-Theorie umfassen die Kosten Überwachungsaufwand des Prinzipals, Bindungs- oder Zusicherungsaufwand des Agenten und einen verbleibenden Wohlfahrtsverlust trotz dieser Maßnahmen. Beispiele sind Berichtssysteme, Prüfungen, erfolgsabhängige Vergütung oder Entscheidungen, die nicht im Interesse der Eigentümer liegen.

Solche Maßnahmen können Konflikte mindern, verursachen aber selbst Kosten und können unerwünschte Anreize setzen. Agencykosten sind deshalb kein einzelner Buchhaltungsposten, sondern ein analytischer Begriff zur Beurteilung von Organisations- und Vertragslösungen.

Quellen und Prüfstand

Inhaltlich überarbeitet am 2026-10-13. Definition um Monitoring-, Bonding- und Residualkosten ergänzt.