Industriepolitik bezeichnet politische Maßnahmen, die Bedingungen und Entwicklung industrieller Tätigkeiten beeinflussen. Dazu gehören etwa Forschung und Entwicklung, Infrastruktur, Qualifizierung, Finanzierung, Regulierung, öffentliche Beschaffung und gezielte Förderprogramme.

Ziele und Zielkonflikte

Politik kann Innovationsfähigkeit, Versorgungssicherheit, Produktivität oder den Umbau zu klimafreundlicher Produktion unterstützen. Maßnahmen können jedoch Wettbewerb verzerren, unwirksame Strukturen erhalten oder Kosten auf Steuerzahlende verlagern. Welche Wirkung entsteht, hängt von Gestaltung und Marktbedingungen ab.

Industriepolitik ist nicht automatisch Protektionismus. Zölle und Abschottung sind nur mögliche Instrumente und können internationalen Verpflichtungen widersprechen. Förderungen müssen mit Wettbewerbs-, Beihilfe- und Haushaltsregeln vereinbar sein.

Eine Bewertung sollte Ziele, Alternativen, Laufzeit, Zusätzlichkeit und messbare Ergebnisse offenlegen. Eine politische Absicht allein belegt noch keinen wirtschaftlichen Erfolg.

Quellen und Prüfstand

Inhaltlich überarbeitet am 2026-10-13. Definition, Abgrenzung und Rechenbeispiel geprüft.