Das Multiplikatorprinzip beschreibt in makroökonomischen Modellen, wie ein Nachfrageimpuls über weitere Einkommens- und Ausgabenschritte eine größere oder kleinere Gesamtwirkung entfalten kann.
Vereinfachtes Beispiel
Wenn ein Unternehmen zusätzliche Aufträge erhält, zahlt es Einkommen an Beschäftigte und Lieferanten. Diese können einen Teil ihres zusätzlichen Einkommens wieder ausgeben. In einem einfachen Modell mit marginaler Konsumneigung c und ohne Steuern oder Importe lautet der Ausgabenmultiplikator 1/(1−c).
In der Realität fließen Teile des zusätzlichen Einkommens in Sparen, Steuern und Importe. Kapazitätsgrenzen, Preise, Zinspolitik und Erwartungen können die Wirkung ebenfalls verändern. Ein Multiplikator von eins bedeutet im Modell, dass die Gesamtänderung dem Impuls entspricht; ein Wert über eins bedeutet eine größere modellierte Gesamtwirkung.
Die Kennzahl ist daher keine Garantie, dass jede Staatsausgabe einen bestimmten Betrag an Wachstum erzeugt. Annahmen, Zeitraum und empirische Methode müssen offengelegt werden.
Quellen und Prüfstand
Inhaltlich überarbeitet am 2026-10-13. Definition, Abgrenzung und Rechenbeispiel geprüft.