Neuromarketing bezeichnet den Einsatz neurowissenschaftlicher und psychophysiologischer Methoden zur Untersuchung von Wahrnehmung, Aufmerksamkeit und Reaktionen auf Produkte oder Kommunikation. Dazu gehören etwa EEG, funktionelle Bildgebung, Blickbewegungsmessung und Hautleitwertmessung. Nicht jede dieser Methoden misst unmittelbar Gehirnaktivität.
Was Messungen zeigen können
Solche Verfahren können zusätzliche Hinweise liefern, etwa welche Elemente Aufmerksamkeit erhalten oder wie sich Reaktionen in einer Testsituation unterscheiden. Sie zeigen nicht direkt, was eine Person denkt, und erlauben keine sichere Vorhersage eines späteren Kaufs. Ein Laborsignal ist nicht mit Kaufabsicht, Zufriedenheit oder wirtschaftlichem Erfolg gleichzusetzen.
Ergebnisse hängen von Stichprobe, Versuchsaufbau, Messmethode und Auswertung ab. Sie sollten mit Befragungen, Verhalten und Marktdaten kombiniert und transparent interpretiert werden.
Ethik und Datenschutz
Forschung mit Personen verlangt geeignete Einwilligung, Datenschutz und Schutz vor irreführenden Schlussfolgerungen. Unternehmen sollten insbesondere keine „Kaufknöpfe im Gehirn“ oder sichere Manipulation versprechen. Neuromarketing kann Forschung ergänzen, ersetzt aber keine solide Produkt- und Kundenforschung.
Quellen und Prüfstand
Inhaltlich überarbeitet am 2026-10-13. Definition, Abgrenzung und Rechenbeispiel geprüft.