Preisüberwälzung beschreibt, wie stark eine Änderung von Kosten, Abgaben oder Wechselkursen die Preise beeinflusst, die Kundinnen und Kunden zahlen. Eine vollständige Überwälzung bedeutet, dass die Preisänderung die zugrunde liegende Kostenänderung im betrachteten Maßstab vollständig weitergibt.

Wovon sie abhängt

Unternehmen können Kostenänderungen je nach Wettbewerb, Nachfrage, Vertragsbindung und Preissetzungsspielraum ganz, teilweise oder gar nicht kurzfristig weitergeben. Auch Vorleistungskosten, Lagerbestände und Erwartungen spielen eine Rolle. Eine Kostensenkung kann ebenso in niedrigere Preise eingehen oder die Marge erhöhen.

Der Überwälzungsgrad ist daher keine feste Eigenschaft eines Unternehmens. Er kann sich mit Zeit, Markt und Produkt unterscheiden und muss anhand von Daten untersucht werden.

Bei Steuern ist zwischen gesetzlichem Steuerschuldner und wirtschaftlicher Belastung zu unterscheiden; die tatsächliche Überwälzung folgt nicht allein aus dem Gesetzestext.

Quellen und Prüfstand

Inhaltlich überarbeitet am 2026-10-13. Definition, Abgrenzung und Rechenbeispiel geprüft.