Das S-O-R-Modell steht für Stimulus–Organism–Response. Es beschreibt, dass ein Umweltreiz (Stimulus) zunächst Wahrnehmung und innere Bewertungs- oder Verarbeitungsprozesse einer Person (Organism) beeinflusst und anschließend eine Reaktion (Response) wahrscheinlicher machen kann.
Beispiel im Marketing
Eine verständlich gestaltete Produktinformation kann Aufmerksamkeit auslösen. Ob daraus Interesse oder ein Kauf entsteht, hängt unter anderem von Bedürfnissen, Vorwissen, Vertrauen, verfügbaren Alternativen und der Situation ab. Derselbe Reiz führt deshalb nicht bei allen Personen zur gleichen Reaktion.
Das Modell erweitert ein einfaches Reiz-Reaktions-Schema, indem es interne Prozesse berücksichtigt. Diese Prozesse sind nicht immer direkt beobachtbar, können aber etwa durch Befragungen, Experimente oder Verhaltensdaten untersucht werden.
Grenzen
Das S-O-R-Modell ordnet mögliche Wirkungszusammenhänge, beweist sie aber nicht von selbst. Verhalten kann außerdem durch soziale Einflüsse, Gewohnheiten und situative Bedingungen geprägt sein. Für eine Erklärung müssen Reize, vermutete Prozesse und gemessene Reaktionen präzise definiert werden.
Quellen und Prüfstand
Inhaltlich überarbeitet am 2026-10-13. Modellcharakter und individuelle Unterschiede erläutert.