Saisonindizes beschreiben typische wiederkehrende Schwankungen einer Zeitreihe innerhalb eines Jahres, zum Beispiel nach Monaten oder Quartalen. Sie helfen, saisonale Muster von längerfristigem Trend und unregelmäßigen Einflüssen zu unterscheiden.
Interpretation
In einem multiplikativen Modell wird ein Index von 100 häufig als durchschnittliches Niveau interpretiert. Ein Index von 120 bedeutet dann, dass der saisonale Faktor 20 Prozent über dem Referenzniveau liegt. In einem additiven Modell werden saisonale Abweichungen dagegen in absoluten Einheiten dargestellt. Die beiden Darstellungen sind nicht austauschbar.
Bei klassischen Verfahren werden saisonale Faktoren aus historischen Daten geschätzt und je nach Methode als konstant oder variabel behandelt. Ein Index ist nur so verlässlich wie Datenqualität, Zeitspanne und Modellannahmen. Strukturbrüche, Feiertage oder außergewöhnliche Ereignisse können ein saisonales Muster verändern.
Verwendung
Saisonindizes können zur Bereinigung, Prognose oder Kapazitätsplanung dienen. Sie sind keine Garantie für künftige Nachfrage. Verfahren und Bezugsbasis sollten dokumentiert und regelmäßig mit neuen Daten überprüft werden.
Quellen und Prüfstand
Inhaltlich überarbeitet am 2026-10-13. Indexinterpretation vom jeweiligen Zeitreihenmodell abhängig gemacht.