Ein Giffen-Gut ist ein theoretischer Sonderfall eines inferioren Gutes. Bei einem Preisanstieg sinkt die reale Kaufkraft. Ist das Gut für Haushalte mit knappem Budget besonders wichtig und nur schwer ersetzbar, kann der dadurch ausgelöste Einkommenseffekt den gegenläufigen Substitutionseffekt überwiegen. Dann steigt die nachgefragte Menge trotz des höheren Preises.

Das ist eine Ausnahme vom üblichen Verlauf der Nachfragekurve und setzt bestimmte Bedingungen voraus. Ein inferiores Gut ist nicht automatisch ein Giffen-Gut: Bei den meisten inferioren Gütern überwiegt weiterhin der Substitutionseffekt, sodass die Nachfrage bei einem Preisanstieg sinkt.

Der häufig erzählte Verweis auf Brot, Kartoffeln oder den Ökonomen Robert Giffen ist eine historische Illustration und kein allgemeiner empirischer Beleg. Der Giffen-Effekt ist außerdem von einem Veblen-Effekt zu unterscheiden, bei dem ein hoher Preis selbst als Statussignal wirken kann.

Quellen und Prüfstand

Inhaltlich überarbeitet am 2026-10-13. Definition, Abgrenzung und Rechenbeispiel geprüft.