Der J-Kurven-Effekt ist eine Hypothese über die zeitliche Reaktion der Handelsbilanz nach einer Abwertung der Währung. Kurzfristig können Importpreise in heimischer Währung steigen, während vertraglich vereinbarte Mengen und Preise sich nur langsam anpassen. Dadurch kann sich die Handelsbilanz zunächst verschlechtern.
Später können sich Export- und Importmengen verändern: Ausländische Nachfrage nach heimischen Waren könnte steigen, während Importe zurückgehen. Ob sich die Handelsbilanz dadurch verbessert, hängt unter anderem von Preiselastizitäten, Kapazitäten, Vertragslaufzeiten und der Reaktion von Handelspartnern ab.
Der Verlauf muss nicht tatsächlich wie ein J aussehen. Eine Abwertung garantiert weder eine Verbesserung der Handelsbilanz noch eine höhere gesamtwirtschaftliche Wohlfahrt; importierte Vorleistungen können beispielsweise teurer werden.
Quellen und Prüfstand
Inhaltlich überarbeitet am 2026-10-13. Definition, Abgrenzung und Rechenbeispiel geprüft.