Bei der kostenorientierten Preispolitik dienen Kosten als Ausgangspunkt für die Kalkulation eines Angebotspreises. Häufig werden Einzel- und Gemeinkosten einem Produkt oder einer Leistung zugerechnet und anschließend ein Gewinnzuschlag ergänzt.

Kalkulation ist keine Marktgarantie

Ein kalkulierter Preis deckt die angesetzten Kosten nur, wenn Kosten vollständig zugeordnet, die erwartete Absatzmenge erreicht und zusätzliche Aufwendungen berücksichtigt werden. Selbstkosten bilden deshalb nicht in jeder Entscheidungssituation eine sichere Preisuntergrenze. Kurzfristig können bei freien Kapazitäten andere relevante Kosten gelten; langfristig müssen Unternehmen ihre Gesamtkosten finanzieren.

Ein Unternehmen kann einen kostenbasiert kalkulierten Preis möglicherweise nicht am Markt durchsetzen. Zahlungsbereitschaft, Wettbewerb, Produktnutzen und Preisregeln müssen zusätzlich betrachtet werden. Umgekehrt kann ein hoher Kundennutzen einen Preis rechtfertigen, der deutlich über den Herstellkosten liegt.

Eine belastbare Preisentscheidung kombiniert Kosten-, Wettbewerbs- und Kundensicht und prüft, ob der erwartete Absatz zum angestrebten Ergebnis führt.

Quellen und Prüfstand

Inhaltlich überarbeitet am 2026-10-13. Kostenkalkulation von realisierbarem Marktpreis unterschieden.